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Projektionsbrille

Retissa

Eine neue Sehhilfe namens RETISSA soll die Sehkraft bei Patienten mit Hornhauterkrankungen verbessern.

Die neue Projektionsbrille RETISSA.

Wie funktioniert die Projektionsbrille RETISSA?

Bei Hornhauterkrankungen ist nur der vordere Abschnitt der Augen betroffen, der hintere Augenabschnitt mit der Netzhaut und dem Sehnerven bleiben von der Krankheit unberührt. Während die Netzhaut die innere Augenhaut ist, die das Licht in Nervenimpulse umwandelt, leitet der Sehnerv die optischen Reize zur weiteren Verarbeitung ans Gehirn weiter. Bei nicht erkranktem hinterem Augenabschnitt bedeutet es demzufolge, dass die eigentliche Fähigkeit zum Sehen weiter vorhanden ist. Die Aufnahme des Bildes durch die Netzhaut und die Weiterleitung des Bildes an das Gehirn über den Sehnerv ist weiterhin möglich. Könnte die Schädigung im vorderen Teil des Auges umgangen werden, wäre die Sehkraft wiederhergestellt.

RETISSA ist eine optische Sehhilfe, welche mithilfe eines lasergestützen Miniatur-Bildgebungsprojektors ein digitales Bild direkt auf die Netzhaut des Patienten projiziert. Mittels dieses Projektors ist es möglich, die geschädigte Hornhaut zu umgehen. Das Licht des Projektors kann die Störungen in der Hornhaut bis zu einem gewissen Grad durchdringen. Dadurch ist es möglich, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild in Farbe und in Echt-Zeit entsteht. Der Patient sieht dabei ein Bild in sein normales Blickfeld integriert („Augmented reality“), sodass weiterhin Orientierung im Raum möglich ist. Patienten können möglicherweise beim Tragen der RETISSA wieder Gesichter erkennen, Schilder oder Zeitungen lesen oder sich im Raum orientieren.

Mit den bisher am Markt befindlichen oben erwähnten Sehhilfen ist es bislang nicht möglich, die Schädigung der Hornhaut zu umgehen, und somit die weiterhin hohe Sehfähigkeit des hinteren Augenabschnittes zu nutzen.

Beim Tragen der Projektionsbrille sieht der Nutzer zentral ein projiziertes scharfes Bild.

Wo wird RETISSA bisher verwendet?

RETISSA ist ein Medizinprodukt in der klinischen Erprobung, d.h. es liegt noch keine Zulassung für das Inverkehrbringen des Produktes außerhalb der durch die Bundesbehörden und Ethikkommissionen genehmigten Studien vor. Bislang wurde RETISSA bei 80 Patienten im Rahmen von klinischen Studien in Japan und bei 20 gesunden Probanden in unser Klinik in Essen getestet. Europaweit sind wir das erste Zentrum, in dem die Projektionsbrille getestet wird.

Erkrankungen der Hornhaut

Informationen zu Hornhauterkrankungen finden Sie hier.

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